Mieke Kienast wird U 18 Weltmeisterin im Faustball

Lemwerderanerin  holt  mit ihrem Team den WM-Titel vor über 1.500 Fans

„Unglaublich, der helle Wahnsinn!“ Auch mit ein paar Tagen Abstand fehlen Mieke Kienast noch die Worte für das Sporthighlight, auf das sie und der deutsche Faustball in Grieskirchen 2021 zurückblicken. In Oberösterreich fanden bei der weiblichen und männlichen U 18 sowie der Damen die Weltmeisterschaften statt – und die deutschen Teams gewannen sie alle. Mit dabei war  die im Lemwerder TV groß gewordene und hier auch noch aktive Mieke Kienast als Mannschaftsführerin der deutschen U 18 Nationalmannschaft sowie rund 8000 Faustball-Fans an vier Spieltagen.

Grieskirchen /Oberösterreich – Schon die Kulisse bescherte Mieke Kienast, die aktuell für den Ahlhorner SV in der Damen Bundesliga spielt, eine Gänsehaut. „Nach dieser langen coronabedingten Pause von fast zwei Jahren war es das erste Riesenevent unter freien Himmel. Die Stimmung auf den Rängen des Center Courts und den beiden Nebencentern 1    u. 2 war total ausgelassen“, meinte die 18jährige. Dazu passten aus deutscher Sicht natürlich auch die Spielergebnisse.

Die WM  begann für Kienast mit einem Schreckmoment. „Bei der ersten am Dienstag angesetzten Lauf – Trainingseinheit in Grieskirchen bin ich in ein Loch getreten und verletzte mich am rechten Fuß so sehr, dass ich die Trainingseinheit abbrechen musste. Da bereitet man sich monatelang intensiv auf dieses Event vor, läuft hunderte von Kilometern, ist topfit und dann das.“

„Die Physio - Abteilung kümmerte sich aber rührend um mich, so das es von Tag zu Tag besser ging. An einen Einsatz in der Vorrunde war jedoch nicht zu denken, äußerte sich die Weltmeisterin.

In der Vorrunden  Gruppe A ging es für das deutsche Team gegen die Schweiz 3:2  (14:15, 11:13, 11:9, 11:8,11:8), gegen Österreich 3:0 (15:14, 11:03, 11:04) und gegen Brasilien 2:3 (11:6, 9:11, 8:11, 11:7, 12:14). Trotz des verlorenen Spiels gegen die starken Brasilianerinnen war das deutsche Team aufgrund des besseren Gesamtsatzverhältnisses Gruppenerster. In der Gruppe B setzte sich Italien vor Chile und Tschechien durch.

Im Vorfeld hatten 19 Nationen für dieses U 18 WM Event gemeldet. Zum Beispiel auch die Teams aus Neuseeland, den USA und Namibia. Diese Teams passten allerdings coronabedingt, da sie bei ihrer Rückkehr in eine 14 tägige Quarantäne hätten gehen müssen.

Im Viertelfinale setzte sich Österreich mit 3:0 gegen Chile durch und die Schweiz bezwang Italien ebenfalls mit 3:0. Somit hießen die Halfinalpartien: Deutschland gegen die Schweiz und Brasilien gegen Österreich. Gegen die Schweiz konnte Mieke Kienast erstmals wieder spielerrisch eingreifen. Gegen die Eidgenössinnen, die von ihren zahlreichen Fans immer wieder mit „Hopp Schwietz“ angefeuert wurden, entwickelte sich ein hart umkämpftes, spannendes Spiel, dass die deutschen Mädels mit 11:8, 11:8 und 12:10 gewannen.

Im anderen Halbfinale unterlag überraschend Brasilien den Österreicherinnen mit 1: 3 ( 8:11, 7:11, 11:6, 11:13). 

Tags darauf ging es für das leicht favorisierte zehnköpfige deutsche Team gegen Österreich um Gold. Mieke Kienast stand wie ihre Mitspielerin aus Ahlhorn Jordan Nadermann, in der „Starting Five“ und spielte komplett durch.

 „Wenn man den Center Court vor über 1.500 Zuschauern betritt, man namentlich u. auf einer großen LED - Wand auch bildlich vorgestellt wird und dann die Nationalhymne erklingt, da läuft einem schon der ein oder andere Schauer über den Rücken. Da steigt dann auch die innere Nervosität. Österreich hat es uns dann auch verdammt schwer gemacht mit den vielen Fans im Rücken“, meinte die Lemwerderanerin.

Die Platzverhältnisse auf dem Center Court waren trotz des immer wieder einsetzenden Regens gut; das Organisationsteam leistete hervorragende Arbeit. Mit einem 10:12,  11:9, 11:8 und einem 13:11 verteidigte ihr Team - in einem spannenden Spiel auf Augenhöhe - erfolgreich den WM Titel, wehrte bei Temperaturen von ca. 30 Grad aber auch Satzbälle gegen sich ab.

„Die Fans haben eine Heidenstimmung für den Gastgeber, aber auch für uns gemacht. Unter diesen Voraussetzungen so eine eigene Leistung abzuliefern, ist schon mega; das Gefühl ist kaum zu beschreiben“, freute sich die Kapitänin des deutschen U 18 Teams aus Lemwerder.

Mit der Euphorie der WM im Rücken freut sich Kienast auf die Teilnahme am Europokal mit den Ahlhorner Damen in der Schweiz und die Deutschen Meisterschaften Ende August im benachbarten Brettorf.

(Foto Schlosser)

Das erfolgreiche deutsche U 18 Team – Mieke Kienast mit Deutschlandfahne und dem Pokal in der Hand (2. von rechts).